Im Maschinenraum Nachkriegseuropas

Der deutsche Theatermacher Heiner Goebbels und der Schweizer Schauspieler David Bennent haben den Festwochen am Donnerstag einen fulminanten ersten Bühnenabend im Wiener MuseumsQuartier beschert.

"Der deutsche Theatermacher Heiner Goebbels und der Schweizer Schauspieler David Bennent haben den Festwochen am Donnerstag einen fulminanten ersten Bühnenabend im Wiener MuseumsQuartier beschert. Neben präparierten Klavieren und einem Bühnenbild, das an einen Maschinenraum der Nachkriegszeit gemahnte, stachen an diesem Abend die Texte des französischen Autors und Malers Henri Michaux hervor." [...} Bennents Figur führt zwischen Oszilloskop, Mikrofonen und Tonbandgerät eine spielerische Selbsterkundung vor, an deren Ende man stets – angelegt oder nicht – die Begleitumstände der CoV-Pandemie erkennt. Da sinniert einer über die Sinnlosigkeit des Reisens, beobachtet dabei die Amplituden seiner eigenen Stimme und redet sich ein, dass er die Welt da draußen nicht brauche. Oder er vermittelt seine Alpträume, wenn der die Nacht als „kubischen Raum“ beschreibt.

Florian Baranyi
ORF (AT), 4 June 2021