Auf dem Weg ins Totaltheater

Cage ohne Chaos: Heiner Goebbels eröffnet die Ruhrtriennale mit einer furiosen Inszenierung von Europeras

"In dieser Spielart sind die "Europeras"
keine Parodie oder Negation, sondern eine
Hommage an die Kunstform in ihrer Vergänglichkeit.
Eine Huldigung der sinnlosen
Schönheit, ein Statement gegen Ökonomie
und Effizienz, aber auch für neue Formen
in der nachbürgerlichen Gesellschaft. Nach
der Pause zeigt Goebbels "Europeras 2" als
stilles, bewegungsreduziertes Kammerspiel.
Schemengleich stehen die Sänger in historisierenden
Kostümen vor der Projektion einer
Straßenszene. Es gibt nur minimale Veränderungen
in diesem Bild, einmal
schwebt ein Schattenhund in Zeitlupe von
links nach rechts. Die durchweg ausgezeichneten
Sänger klingen nun noch mehr wie
ein aufeinander abgestimmtes Ensemble."

Stefan Keim
Die Welt (DE), 20 August 2012