Unterm blauen Regenbogen

In Europa erklang sie nie zuvor: Jetzt
war die Oper des genialen amerikanischen
Komponisten Harry Partch als
Eröffnungspremiere bei der Ruhrtriennale
zu hören.

"Delusion of the Fury" wurde im Vorfeld
in den Feuilletons als verstörendes Musiktheater,
ja sogar als "Schocker" angekündigt.
Bei der Ruhrtriennale erweist die Oper
sich als radikales Werk, das manchmal
fremd und rätselhaft bleibt und einen doch
immer wieder in seinen Bann zieht. Melodien
von manchmal fast bestürzender
Schlichtheit wechseln sich mit minimalistischen
Rhythmen ab, die die "Musikfabrik"
in atemberaubenden Tempi spielt.Ihrem Sog kann man sich kaum entziehen.
Ihre einzelnen Bestandteile - Musik, Tanz,
Gesang, Bühnenbild und Licht - verschmelzen
in den besten Momenten zudem zu einer
faszinierenden Einheit. Am Ende feiert
das Publikum das 75-minütige Spektakel
mit Applaus und Bravorufen.

Jutta Rinas
Hannoversche Allgemeine (DE), 26 August 2013