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  • Hörspiel des Monats (Deutsche Akademie der Darstellenden Künste)
    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Für den Wettbewerb dürfen nur Hörspiele eingereicht werden, die im jeweiligen Monat ihre Ursendung hatten. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den zwölf Hörspielen des Monats das Hörspiel des Jahres.

    „Mit kaltem Blick auf den fatalen Geschichtsverlauf des 20. Jahrhunderts versteht es Heiner Goebbels virtuos, dieses Opus magnum zwischen allen Stilen und Gattungen anzusiedeln. Ihm gelingt es in der Verzahnung von kosmologischen und zeithistorischen Textpassagen, eine an Walter Benjamins auf die Ruinen Europas blickenden Engel der Geschichte erinnernde Klanglandschaft zu modellieren.
    In ihr ist die Semantik von Wort und Musik gleichsam aufgehoben. Mit statischem Rhythmus wird die Geschichte als Wiederkehr des Immergleichen eindrücklich illustriert. Die Texte von den Autoren T. S. Eliot, Henri Michaux, Gertrude Stein, Nicolas Poussin und Giordano Bruno, die meist in der Originalsprache gesprochen, gesungen oder deklamiert werden, werden zum musikalischen Material, werden in der Kombination mit Goebbels’ Musik auf ihre phonetische Diktion reduziert. Das genaue Verständnis der Texte ist für Goebbels eine Bringschuld des Hörers, derer sich der Komponist entledigen darf, weil er ihre Bedeutung in Musik transponiert hat.“
    (Aus der Begründung der Jury)